5 Gründe, warum du lieber auf dein Bauchgefühl als auf einen Berufsberater hören solltest

In den meisten Schulen gehört es inzwischen zum Pflichtprogramm, dass man kurz vor dem Abschluss an einer Berufsberatung teilnimmt. Diese besteht meist aus einem Test, der dir nach der Auswertung deinen Traumjob offenbaren soll, wenn man viel Glück hat, hat man anschließend noch ein persönliches Gespräch mit dem Berater, in dem die Ergebnisse des Tests besprochen werden.



Auch ich habe einen dieser Tests gemacht, in der Hoffnung, dass ich endlich weiß, was ich nach der Schule machen soll. Das Fazit des Tests ließ mich allerdings schmunzeln: Denn Winzerin und Sozialpädagogin führten die Liste meiner Best Matches an.


Meine Liebe zu Wein ist bis heute nicht so stark ausgeprägt, dass ich mir Winzerin als Traumjob vorstellen kann. Und Sozialpädagogik? Ich habe den größten Respekt vor Menschen, die diesen Beruf ausüben, aber in mir sträubte sich alles gegen diese Berufswahl. Ich wollte doch frei, flexibel und unabhängig sein und die Welt bereisen. Wie passt das zusammen?


Mit ein bisschen zeitlichem Abstand weiß ich nun, dass solche Tests in den meisten Fällen nur bedingt nicht aussagekräftig sind, weil man ein Individuum in seiner unendlichen Komplexität nicht in einem 30-minütigen, standardisierten Test auswerten kann. Nimm dir stattdessen lieber Zeit für dich selbst, stelle dir die richtigen Fragen und höre in dich hinein, denn die Antwort ist schon in dir!


Die Antwort ist schon in dir!

Aber nun kommen wir zu den 5 Gründen, warum du lieber auf dein Bauchgefühl als auf einen Berufsberater hören solltest:


1. Niemand kennt dich besser als du dich selbst!



In einem Test zur Berufswahl oder einer standardisierten Berufsberatung werden nur Teilaspekte deiner Persönlichkeit betrachtet und standardisiert ausgewertet, aber du kennst dich selbst am Besten. Du weißt, wofür du brennst, was du schon als Kind gerne gemacht hast und was dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert.



2. Momentaufnahme vs. gesamtes Leben


Diese Tests zur Berufswahl bzw. die standardisierte Berufsberatung sind eine Momentaufnahme. Vielleicht hast du einen schlechten oder besonders guten Tag, vielleicht warst du bei der Beantwortung der Fragen mit dem Kopf woanders. Wie sicher kannst du dir sein, dass du die Fragen in einem Monat nochmal genau so beantworten würdest? Aber genau auf dieser Grundlage wird dir eine Empfehlung fürs Leben gegeben.


Du selbst würdest hingegen dein ganzes Leben in die Betrachtung einbeziehen, inklusive aller Erfahrungen, Stärken und Talente. Wenn du dir selbst nicht sicher bist, was deine Stärken sind, frage mal deine Familie oder deine besten Freunde, was sie besonders an dir schätzen. Du wirst überrascht sein wie viele Stärken du hast, die du als selbstverständlich ansiehst.



3. Old-School Empfehlungen


Neue Berufsbilder werden in der Berufsberatung oft gar nicht berücksichtigt. Gerade die Digitale Welt entwickelt sich so rasend schnell und schafft immer wieder neue Berufsbilder (z.B. UX Designer, Scrum Master, Product Owner, Agile Coach), die man vor ein paar Jahren noch gar nicht kannte. Diese werden in den Tests oft gar nicht berücksichtigt.



Du kannst mit einer eigenen Recherche viel mehr Berufsbilder finden, die zu dir passen. Wenn du zum Beispiel weißt, dass du in die Digitale Welt einsteigen möchtest, Suche bei Google oder in Social Media nach Möglichkeiten, verbinde dich mit Menschen, die in dem Bereich arbeiten und frage sie, was es für Möglichkeiten gibt und wie du an dein Ziel kommen kannst. Traue dich um Hilfe zu fragen!




4. No Vision


Deine persönliche Vision wird in Standardtests nicht berücksichtigt. Mein Ziel war es zum Beispiel immer ortsunabhängig zu arbeiten. Das wurde in dem Test überhaupt nicht erfragt.


Wenn du nach deinem Traumjob Ausschau hältst, definiere zunächst so genau wie

möglich deine persönliche Vision. Wo willst du leben, wie willst du leben, mit wem willst du leben? Wie soll deine Work-Life-Balance aussehen? Mit wem, möchtest du zusammen arbeiten? Was möchtest du verdienen?


Male dir ein Bild von deinem zukünftigen Traumleben. So kannst du bei jedem Job, der in die engere Auswahl kommt, einen so genannten Öko-check machen, ob er mit deiner Vision kompatibel ist. Willst du zum Beispiel frei und unabhängig arbeiten, solltest du darauf achten, dass du deinen Job auch so wählst, dass du von Überall arbeiten kannst. Lehrer mit festen Arbeits- und Ferienzeiten wäre dann vielleicht keine gute Berufswahl.



5. Du bist einzigartig!


Du bist einzigartig, man kann dich nicht in ein Schema pressen und genau das versuchen diese Tests zur Berufswahl. Sie geben dir eine Empfehlung, weil sie glauben, dass du analytisch begabt oder sozial eingestellt bist, aber deine Persönlichkeit ist so komplex und vielschichtig, dass man dich nicht in ein Schema pressen kann.


Eben weil du einzigartig bist, solltest du nur auf dich hören. Mach dich frei von den Erwartungen von Außen, von dem was dir als Kind beigebracht wurde und höre einfach mal in dich hinein, was bringt dein Herz zum Hüpfen, was macht dich glücklich? Hast du etwas gefunden? Dann “Go for it”!


Sicherlich dauert es länger dich mit dir selbst, deinen Stärken, Talenten und Wünschen auseinanderzusetzen, als einen 30 minütigen Test zu absolvieren, aber es lohnt sich. Du wirst viel über dich erfahren und deine Berufswahl nachhaltiger treffen. Wenn du auf deinem Weg Hilfe in Anspruch nehmen möchtest, dann suche dir jemanden, der dir als Individuum hilft, die Antwort aus dir heraus zu kitzeln, statt dich in ein Schema pressen zu lassen. :-)


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